Dr. Jörg Sader


1945 in Erfurt geboren. Plakatmalerlehre, Journalist beim »Thüringer Tageblatt«.
1967 über Umwege (Desertion und Haft) Übersiedlung in die Bundesrepublik Deutschland. Abitur, Studium der Germanistik, Romanistik und Philosophie in Frankfurt am Main und Paris. Staatsexamen, Promotion. Übersetzer, Französischlehrer und Antiquariatsbuchhändler.
1997 bis 2002 Dozent für Neuere Deutsche Literatur an der Goethe-Universität Frankfurt am Main.
Seit 1994 Seminare für Rhetorik und Kommunikation, Poetik-Workshops, Literaturseminare, Vorträge.


Veröffentlichungen:

Im Bauche des Leviathan. Tagebuch und Maskerade. Anmerkungen zu Ernst Jüngers Strahlungen 1939–1948« (Würzburg 1996);

Überschreitungen. Dialoge zwischen Literatur– und Theaterwissenschaft, Architektur und Bildender Kunst. Festschrift für Leonhard M. Fiedler (herausgegeben mit Anette Wörner; Würzburg 2002)

Unter Tage. Erzählungen. Mit einem Nachwort von Wolfgang Schuller (Hagen-Berchum 2010)

Bilder und Lektüren. Einsichten zu Literatur und Kunst (Hagen-Berchum 2012)

Alba, Liebste. Erzählungen (Miltitz 2018, Mirabilis)

Aufsätze und Rezensionen zur Literatur und Bildenden Kunst in Ausstellungskatalogen, Tagespresse und für literaturkritik.de.

Adresse: Levetzowstr. 22 · 10555 Berlin · Telefon 030/39 49 39 37
eMail-Adresse: js@textkanzlei.de

siehe auch: http://www.literturport.de


Das Zitat:

Der Gang durchs Tor

Das Tor, der Platz davor am Ende der schönen baumbestandenen Allee, ein deutscher Boulevard wie keiner, und die Straßen und Wege, die, aus Engelsicht, sternförmig, auf ihn hinführen. Aus allen Richtungen Pulsieren, Bewegen, ein Strömen auf den Steinquadern der Wagengassen, die sich abschleifen in den Zeiten zu unerhörtem Spiegelglanz, Reiter, Fuhrwerke, Taxis, Fahnenträger in forderndem Schritt, Ausflügler, Paare, Menschen ohne Zahl sind unterm Tor zu sehen, auf der großen Achse der Stadt. Und später, jetzt, diese Stockung, das Zurückbleiben der anderen, ihr träumerischer Abstand von Eisen, Beton, Tod. […]

(Unter Tage, Hagen 2010, Eisenhuth-Verlag, S. 50 f.)