Dr. Karsten Dümmel


1960 in Zwickau geboren. Mit 15 Jahren Mitglied des Arbeitskreises „Junge Talente“ Gera (fünf eigene Ausstellungen).
1976–1978 Berufsausbildung zum Elektromonteur in Schlema.
Februar 1977 Gründungsmitglied des Arbeitskreises „Kunst und Kirche“;
1978 Auflösung des Arbeitskreises durch die Stasi. Besuch des Abendgymnasiums;
1980 Abitur über den zweiten Bildungsweg. Mehrfache Bewerbung zum Studium der Literaturwissenschaften in Leipzig und Berlin (Ablehnung aus politischen Gründen trotz bestandener Aufnahmeprüfungen).
1983-1988 Leiter von Literatur-, Friedens- und Menschenrechtsarbeitskreisen der Ev. Kirche Gera-Lusan. Nach der letzten Studienablehnung ‚Antrag auf ständige Ausreise aus der DDR‘ (mit 56 abgelehnten Folgeanträgen).
Ab Mai 1984 beginnende Zersetzungsmaßnahmen der Stasi: angewiesene Arbeitsplatzbindung als Fensterputzer, Gebäudereiniger, dann Hilfsarbeiter in der Nachtreinigung von Zügen.
18. Juli 1985 kurzzeitige „Zuführung“ durch das Ministerium für Staatssicherheit wegen fortgesetzter Arbeit in den Arbeitskreisen („Androhung staatsfeindlicher Handlungen“); danach verschärfte „Disziplinierungs- und Zersetzungsmaßnahmen“: Arbeitsplatzbindung, Reisesperre, Kontaktaufnahmesperre, Postkontrolle, ununterbrochener Stadtarrest, teilweise Hausarrest. Nach dem Honecker-Besuch in Bonn Freikauf durch die Bundesregierung (Frühjahr 1988).
1988-1992 Studium der Rhetorik und der Germanistik in Tübingen.
Seit 1993 verschiedene Forschungsprojekte zur Staatssicherheit der DDR;
1995 kurzer Studienaufenthalt in Polen (Krakow). Lehrbeauftragter an der Uni Tübingen (bis 2003). 1996 Promotion in Rhetorik.
2002 Gastdozent in den USA / Michigan Ann Arbor. 2004 bis 2008 Arbeitsaufenthalt in Mali und in Senegal.
Mitglied des „Internationalen P.E.N. Zentrum deutschsprachiger Autoren im Ausland“


Veröffentlichungen:

Seit 1988 zahlreiche nationale und internationale Veröffentlichungen. Zuletzt „Nachtstaub und Klopfzeichen.“ (2007); .„Le Dossier Robert“ (2009) und „Was war dies Stasi? Einblicke in das Ministerium für Staatssicherheit“ (2009).

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