Publikationen

Die jeweils aktuellste Veröffentlichung der letzten fünf Jahre der Mitglieder des Autorenkreises


Radjo Monk: Existenzschmuggler

Gedichte

Auch der zweite Band der Edition Muschelkalk sucht im Jubiläumsjahr 2020 einen Kreisschluss zu Wulf Kirstens Thüringen-Bibliothek. Mit seinem neuen Band „Existenzschmuggler“ legt Radjo Monk einen Konzept-Band vor, dessen Votivbilder den Dichter auf einer fortgesetzten Suche, vielmehr bei einer Bestandsaufnahme zeigen, die in mehreren Kapiteln und als Interludien funktionierenden lyrischen Würdigungen das irisierende Bild dessen ergeben, wie sich die Stimme dieses Autors gegen alle Widerstände, die sie zu bestehen hatte, fest hält – in einem ureigenen und starken Ton. (2020)


Katja Lange-Müller u.a.: Am Beispiel eines Autors

Texte zu Uwe Timm

Sein Werk ist imponierend, seit fast 50 Jahren hat Uwe Timm mit seinen Büchern die deutschsprachige Literatur nachhaltig geprägt. Dafür ist er vielfach geehrt worden. Mit seinem Beharren auf die Erkenntnis- und Veränderungskraft von erzählender Literatur hat er über Jahrzehnte der Buchkultur im In- und Ausland entscheidende Impulse gegeben. (2020)


Grit Poppe: Angstfresser

Roman

Angstfresser, der (lat. Hirudo Timor), blutegelähnlicher Parasit, der in der traditionellen chinesischen Medizin als Therapie gegen Angst- und Panik­zustände sowie Traumata eingesetzt wird. Auf anfängliche Nebenwirkungen wie Albträume, Halluzinationen, Wiedererleben früherer Gefühlszustände folgen rapide, kontinuierliche Therapieerfolge. (2020)


Inka Bach u.a.: Hier soll Preußen schön sein

Fünfzig Stadtschreiber zu Rheinsberg erfinden eine poetische Provinz

„Die Rheinsberger sind freundlich. Sie grüßen und erzählen einem was. Nur wenn man antwortet, fahren sie wortlos mit ihren Rollatoren davon.“ So fasst der Berliner Lesebühnen-Autor Ahne seine Erfahrungen als Rheinsberger Stadtschreiber zusammen. Ähnlich, oder auch ganz anders, haben fünfzig Autorinnen und Autoren die Stadt und die brandenburgische Provinz erfahren, reflektiert und literarisiert. Zwei Autoren pro Jahr nahmen seit 1995 für jeweils fünf Monate in der Stadtschreiberwohnung Quartier. (2019)


Michael Wäser: Familie Fisch macht Urlaub

Niemand hat die Absicht, eine Mauer zu errichten

Im Sommer 1961 läuft nicht alles wirklich rund bei der Erfurter Hausmeisterfamilie Fisch: Schon das achte Kind ist unterwegs, die Wohnung ist viel zu klein, die Versorgung schlecht, die Schulkinder werden von ihren Lehrern bespitzelt. Als sich auch noch Papas egoistische Mutter bei ihnen einquartieren will und er es nicht schafft, sich ihr zu widersetzen, ist Mamas Geduld ein für allemal zu Ende. (Neuausgabe 2019)


Burkhart Veigel: Wege durch die Mauer

Fluchthilfe und Stasi zwischen Ost und West

Beim Bau der Mauer war Burkhart Veigel 23 Jahre alt, Medizin-Student an der FU Berlin, wissensdurstig und musikbegeistert. Dann wurde er zu einem der erfolgreichsten Fluchthelfer durch die Mauer in Berlin. Etwa 650 Menschen verhalf er zu einem Leben ohne Stasi-Spitzel und vorgegebene Denkschablonen. Mit Pässen brachte er täglich bis zu zehn Flüchtlinge in die Freiheit, trickste die Grenzkontrollen mit Doppelgängern aus, baute das Armaturenbrett eines Cadillac zum Versteck um, grub an einem Tunnel mit und setzte auch Alliierte bei seinen Fluchtaktionen ein. Die Spitzel und Häscher der Stasi bedrohten Burkhart Veigel immer wieder. (2019)


Heinz-Uwe Haus, Daniel Meyer-Dinkgräfe: Heinz-Uwe Haus and Brecht in the USA

Directing and Training Experiences

Heinz-Uwe Haus was the first renowned director from the German Democratic Republic to (be allowed to) direct in the USA. This book presents relevant material written in relation to his productions, specifically of Bertolt Brechtâ (TM)s plays. This includes Hausâ (TM)s notes for his casts, announcements of the productions in the media, newspaper reviews and academic articles about the productions, conference contributions, and reflections by cast members (both professional actors and university faculty) and designers (set, costume, light, music). (2019)


Ines Geipel: Umkämpfte Zone

Mein Bruder, der Osten und der Hass

Fremdenfeindlichkeit und Hass auf »den Staat«: Verlieren wir den Osten Deutschlands? Das Buch sucht Antworten auf das Warum der Radikalisierung, ohne die aktuell bestimmende Opfererzählung nach 1989 zu bedienen. Es erzählt von den Schweigegeboten nach dem Ende der NS-Zeit, der Geschichtsklitterung der DDR und den politischen Umschreibungen nach der deutschen Einheit. (2019)


Anja Tuckermann (Hrsg.) Todesursache: Flucht

Eine unvollständige Liste

In den vergangenen 25 Jahren sind mehr als 35.000 Menschen auf der Flucht nach und in Europa ums Leben gekommen. Zum Internationalen Tag der Menschenrechte am 10. Dezember 2018 wurde mit der ersten Auflage des Buches die Liste der belegten Fälle dieser Toten in Buchform herausgeben. Zusammengestellt wurde diese Liste ursprünglich von der Organisation UNITED for Intercultural Action in Amsterdam. Die meisten Toten sind ohne Namen verzeichnet. Wir möchten einige Namen nennen und die Menschen, die sie waren, dem Vergessen entreißen, um das Ausmaß dieser Tragödie besser zu fassen zu bekommen – und der Debatte um Flucht und Tod wieder ein menschliches Antlitz zu geben. (2019)


Michael G. Fritz: Auffliegende Papageien

Eine Vierecksgeschichte um alte und neue Liebe in zwei Systemen

Wie ist es, wenn die neue Freundin das gleiche Papageien-Tattoo trägt wie die Frau, die einen nach vielen gemeinsamen Jahren verlassen hat. Stellen die beiden farbenprächtigen Vögel einen Zusammenhang zwischen den Frauen her? Sind sie ein Zeichen? Und wofür? (2019)


Andreas Petersen: Die Moskauer

Wie das Stalintrauma die DDR prägte

Woran die DDR gescheitert ist – das stalinistische Trauma der Gründergeneration: Die DDR war geprägt von Paranoia und Denunziation. Der Historiker und Publizist Andreas Petersen erzählt, wie es dazu kam, und erkundet das Trauma der Gründergeneration um Pieck und Ulbricht. Sie hatten in Moskau die Jahre des Terrors erlebt, in denen Stalin mehr Spitzenkader der KPD ermorden ließ als Hitler. Angst und Verrat wurden für die Exilanten aus Deutschland zur schrecklichen Normalität. (2019)


Uwe Lehmann-Brauns: Benns letzte Lieben

Mit Originalbriefen von Gottfried Benn

1955 beginnt eine Liebesbeziehung zwischen der jungen, eleganten und selbstbewussten Journalistin Gerda Pfau und dem Schriftsteller Gottfried Benn – das ist auch der Benn-Forschung bislang unbekannt. Sie besucht ihn in der Praxis, er sie bei ihr Zuhause, auch gehen sie manchmal gemeinsam mit Benns Frau Ilse aus, die von der Affäre allerdings nichts weiß. Kurz vor seinem Tod endet die Beziehung, Ilse Benn und Gerda Pfau aber bleiben weiter hin freundschaftlich verbunden. (2019)


Jörg Sader: Alba, Liebste

und andere Erzählungen

Ein sonniger Tag im August 1961: Während eine Jugendclique im Schwimmbad den Sommer genießt, werden im fernen Berlin die Steine zur Mauer aufgetürmt und stellen die Weichen für ein Leben hinter dem Zaun. Eine große Liebe nimmt Fahrt auf und endet abrupt, ein schicksalhafter Bescheid besiegelt das Leben eines jungen Zeitungsredakteurs… Aus einer Jugend in Unschuld wird immer mehr eine Jugend in Bedrängnis, die ihren Ausweg einzig in der riskanten Flucht in die Freiheit sieht. (2018)


Wolfgang Schuller: Cicero

Genialer Redner, scharfsinniger Philosoph, exzellenter Stilist – so kennt man Cicero, den bedeutenden Römer. Wolfgang Schuller aber macht uns auch mit dem Menschen bekannt, wie man ihn in Rom im alltäglichen Umgang und beim Ausgehen hätte kennenlernen können – denn Cicero war ein leidenschaftlicher Partygänger. Er war witzig, unterhaltsam und ein Familienmensch, nannte seine Frau »Mein Licht«, seinen Sohn mikros, »Zwerg«. Ein liebenswerter Zeitgenosse? (2018)


Jürgen K. Hultenreich: Hölderlin – Das halbe Leben

Eine poetische Biographie

Friedrich Hölderlin (1770-1843) gehört zu den Dichtern,
denen zu Lebzeiten die Anerkennung versagt blieb, die
aber in einer anderen Zeit umso herrlicher auferstanden.
Zweifellos zählt er zu den großen deutschen Dichtern,
auch wenn Goethe sein ungegenständliches Werk nicht schätzte und Schiller in ihm nur den kleineren Landsmann sah. (2018)


Doris Liebermann, Siegfried Reiprich u.a.: Sagen, was ist!

Jürgen Fuchs zwischen Interpretation, Forschung und Kritik

Vom Dissidenten und Bürgerrechtler Fuchs kann man heutzutage sagen, dass er nach wie vor bekannt ist, aber selten wird, wie einst Herta Müller bemerkte, von der Qualität seiner Literatur gesprochen. Die Autoren, die eigens für die Konferenz und den vorliegenden Band ihre Beiträge konzipierten, wollen diesen Missstand beseitigen. So setzt er sich in erster Linie zum Ziel, die Aufmerksamkeit auf den Schriftsteller Jürgen Fuchs zu lenken, seine Literatur im akademisch-wissenschaftlichen Umfeld zu verbreiten sowie einen Beitrag zur Etablierung und Belebung der Jürgen-Fuchs-Forschung zu leisten. (2017)


Karsten Dümmel: Strohblumenzeit

Roman

Eine junge Französin fährt im Dezember 2011 von Avignon nach Berlin; sie will dorthin, weil Observationsakten der Stasi über ihren Vater gefunden worden sind. Das ist die Ausgangssituation dieses Romans, der auf drei Ebenen spielt: im Heute, im Gestern und im Morgen. (2014, Französische Ausgabe: Le Temps des immortelles. Paris/ Meudon 2017)


Kurt Drawert: Der Körper meiner Zeit

Gedicht

»Der Körper meiner Zeit« ist ein Langgedicht in fünf Teilen, eine fortlaufende lyrische Bewegung markierend, die die Jahreszeiten, bestimmte Orte und Themen miteinander verknüpft, das Begehren, die Liebe, das Nichts und den Tod. Und wie immer bei Drawert, die Möglichkeit des poetischen Sprechens überhaupt. In erzählerisch weit ausholenden Versblöcken, in freier oder gebundener Rede, melancholisch, ironisch oder sarkastisch, bildstark und reflektierend, wird aus diesem Körper der Sprache ein Körper der Zeit. (2016)


Thomas B. Schumann: Deutsche Künstler im Exil

Werke aus der Sammlung Memoria Thomas B. Schumann

Unter den zehntausend Kulturschaffenden aller Disziplinen, die
ab 1933 von den Nationalsozialisten ins weltweite Exil vertrieben wurden, waren auch mehrere hundert bildende Künstler. Außer den wenigen Berühmten wie Max Beckmann, Oskar Kokoschka, George Grosz oder Max Ernst gerieten die meisten nach 1945, als Abstraktion und Informel vorherrschten, in unverdiente Vergessenheit, obwohl sie bis 1933 durchaus eine wichtige Rolle gespielt hatten – wie z.B. Eugen Spiro, Charlotte Berend-Corinth, Lotte Laserstein, Rudolf Levy oder Josef Scharl. (2016)


Barbara Kerneck, Barbara Oertel: Russland

Seine Städte und Regionen

Dieses Buch beschreibt Russland mit seiner landschaftlichen, ethnischen und kulturellen Vielfalt. Hier finden Sie alles Wissenswerte über Fauna und Flora, Geografie und Geologie, Geschichte, Bevölkerung, Wirtschaft, Politik, Sprache und Kultur. Der Kreml und Klöster uralter Städte werden ebenso erkundet wie die Industriemetropolen Sibiriens und des Urals. (2016)


Joachim Walther, Ines Geipel: Gesperrte Ablage

Unterdrückte Literaturgeschichte in Ostdeutschland 1945 - 1989

Der DDR-Diktatur ist es gelungen, auch nach ihrem Untergang das Gedächtnis der Öffentlichkeit im Hinblick auf die Geschichte des literarischen Schaffens zu beeinflussen. Das einfache Bild, das während ihrer Existenz vorherrschte, ist das von den „staatstragenden“ Künstlern und deren „Kontrapunkten“, den kritischen, aber trotzdem loyalen Autorinnen und Autoren, die oft auch im Westen zu Berühmtheit gelangen konnten. Ein sehr geschöntes Bild, denn in Wahrheit ist dies nur der zugelassene Teil der Literaturgeschichte – bestimmte Stoffe und Ästhetiken, ja, alles wirklich Nonkonforme, Experimentelle, Widerständige wurde konsequent behindert, unterdrückt, verfolgt, verschwiegen, abgelegt und weggesperrt. (2015)


Ekkehart Rudolph: Hitlers letzte Armee

Kinder und Jugendliche im Kriegseinsatz

Die drohende militärische Niederlage Deutschlands vor Augen ruft Hitler Kinder und Jugendliche zu den Waffen. Für Hunderttausende Flakhelfer, Hitlerjungen im Volkssturm, Werwölfe oder minderjährige Angehörige von Wehrmacht und Waffen-SS ist dies der sichere Tod. Die Grausamkeit des Krieges wird die Überlebenden bis an ihr Lebensende zeichnen. Die Deutsche Gesellschaft e.V. und der Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge e.V. lassen in dem Buch » Hitlers letzte Armee« Betroffene zu Wort kommen. (2015)